Schülerfirmen

Schulsanitäter

Geschrieben von NN, 23.12.2016 am .

Lernen, um Leben zu retten: Schüler der Sperberschule haben sich zu Sanitätern ausbilden lassen. Mit dieser Qualifikation der Helfer ist die Mittelschule Vorbild in der Stadt.
Schülerfirma Schulsanitäter 

Vorbild für andere: Die neuen Schulsanitäter bekamen Urkunden und eine Dienstkleidung. Foto: Stefan Hippel (Nürnberger Nachrichten)


Warum sie ihre Freizeit opfern und alles über stabile Seitenlage, Verbände und Co lernen? Adelina Kurti, Tuba Tiryaki und Hazal Bolat beantworten die Frage, ohne zu zögern. «Es macht Spaß und ist für die Zukunft sehr wichtig“, erzählen die 15- und 16-Jährigen. «Wir wollen alle Arzthelferin werden.“ Bevor die Mädchen beruflich von ihrem Engagement profitieren, kommen aber erst einmal ihre Mitschüler in den Genuss des mühsam erarbeiteten Fachwissens.

Abwechselnd übernehmen Hazal und die anderen den Pausendienst, versorgen Platzwunden, kleben Pflaster, spenden Trost. «Sogar eine Fraktur hatten wir schon“, erzählt Adelina: Ein Mitschüler hatte sich das Bein gebrochen. Alles alltägliche Verletzungen an einer Schule mit 800 Schülern, wie Bernd Sieber betont. Der Lehrer der Sperberschule ist Erste-Hilfe-Beauftragter des staatlichen Schulamtes und versucht, mehr Schulen für die Fortbildungen der verschiedenen Rettungsdienste zu begeistern. Bislang haben rund 35 der 120 Nürnberger Schulen Schulsanitätsdienste aufgebaut, darunter erst vier Hauptschulen. Wie wichtig ihre Hilfe sein kann, zeigte sich erst kürzlich an der Berufsoberschule Pilotystraße: Dort hatten vier Schulsanitäter eine 18-Jährige nach einem Herzstillstand wiederbelebt und ihr damit das Leben gerettet.

Doch nicht an allen Schulen sind die Helfer für den Ernstfall so gut gerüstet wie an der Sperberschule: Dort absolvierten die Jungen und Mädchen seit Mai in 48 Doppelstunden eine regelrechte Sanitäterausbildung, lernten also, wie man einem Notarzt zuarbeitet. Die Sperberschule ist damit die erste Hauptschule in Nürnberg, die einen derart qualifizierten Sanitätsdienst anbieten kann, wie Sieber betont. Die Ausbildung, wie sie etwa vom Roten Kreuz organisiert wird, beginnt mit der Juniorhelferausbildung mit insgesamt 16 Doppelstunden; es folgt ein Erste-Hilfe-Kurs (acht Doppelstunden). Erst dann kann die Sanitäterausbildung beginnen.

Insofern hatten sich die Schüler eine Belohnung verdient. Und die kam von Schulreferent Dieter Wolz, der allen Teilnehmern eine neue Dienstkleidung überreichte. Damit sind die Retter etwa bei Schulfesten für andere schnell zu erkennen. Und machen vielleicht auch anderen Mut, sich zu engagieren. Duygu Günes jedenfalls wird gern in ihre neue Kluft schlüpfen. «Ich bin stolz, dass ich jetzt so gut helfen kann“, sagt die 13-Jährige. roe
Quelle: NN, 23.12.2006

Kontakt: Bernd Sieber Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!